Wenn Oscar Pistorius, ohne Unterschenkel geborener Sprinter aus Südafrika, bei den Olympischen Spielen 2008 gegen die nicht behinderte Konkurrenz antreten will und mit dem zuständigen Weltverband IAAF um eine entsprechende Startlizenz streitet, dann schafft es selbst der Behindertensport in die Schlagzeilen der großen Zeitungen, und TV-Nachrichtensendungen ist dies eine Meldung wert.
In der Regel gilt noch immer, dass Sportlerinnen und Sportler mit einer Behinderung ein mediales Schattendasein führen. Darüber kann auch die tendenziell wachsende Aufmerksamkeit nicht hinwegtäuschen, die den Athleten während den Paralympics zuteil wird, die im zweijährlichen Turnus wenige Wochen nach den Olympischen Sommer- und Winterspielen ausgetragen werden.
Warum diese allgemeine Zurückhaltung der Medien gegenüber dem Thema Behindertensport? Diese Frage darf wohl erlaubt sein. Oftmals argumentieren Medienvertreter, dass das Interesse der Leser und Zuschauer eben zu gering sei. Wie auch immer: Zumindest teilweise liegen die Gründe wohl in der Beziehung zwischen dem Behindertensportler und dem Sportjournalisten an sich, die wenig leidenschaftlich ist, dafür umso oberflächlicher, und in der jeweils wenig Wissen um die Bedürfnisse und Motivationen des anderen vorhanden ist.

